Hühnerhaltung: In 6 Schritten zu den eigenen Hühnern

Spielst du mit dem Gedanken, dir ein Stückchen Landleben in deinen heimischen Garten zu holen und das tägliche Frühstücksei von den eigenen Hühnern zu beziehen?

Grundsätzlich ist die Hühnerhaltung im eigenen Garten weder aufwendig noch schwierig.
Aber dennoch sollten vor der Anschaffung einer eigenen kleinen Hühnerherde einige Dinge beachtet werden.

Inhaltsverzeichnis:
Die richtige Unterbringung: Stall, Auslauf & Platzbedarf
Welche Hühnerrasse ist geeignet?
Brauche ich auch einen Hahn?
Sind Hühner meldepflichtig?
Deine täglichen Aufgaben
Futter und Wasser
Deine wöchentlichen Aufgaben

Die richtige Unterbringung: Stall, Auslauf & Platzbedarf

Zur eigenen Hühnerhaltung gehört natürlich auch ein Stall und ein Auslauf. Denn vor allem eine artgerechte und sicherere Unterbringung der Hühner ist das A und O.

Dabei richtet sich die mögliche Anzahl der Hühner, die gehalten werden können, nach dem zur Verfügung stehenden Platzangebot. Um eine vierköpfige Familie ausreichend mit Eiern zu versorgen, reichen in der Regel bis zu sechs Hühner aus.

Auch die Größe des Hühnerstalls richtet sich nach der Anzahl der Hühner, die gehalten werden. Dabei sollte der Standort so gewählt werden, dass es möglichst zugfrei ist. Der Stall muss absolut regenfest und so gebaut sein, dass er die Tiere auch vor Kälte schützt. Fenster liefern ausreichend Tageslicht und ermöglichen das Lüften des Stalls.

Aber nicht nur die Größe und Beschaffenheit des Stalls ist entscheidend, sondern auch die Innengestaltung. Sitzstangen, Futtertröge und Tränken sowie Nistplätze gehören unbedingt in das Innere eines Stalls. Idealerweise sollten diese herausnehmbar sein. Denn nur so lässt sich die Inneneinrichtung gründlich reinigen.

Zusätzlich zu einem schützenden Stall, solltest du deinen Hühnern auch eine Auslauffläche bieten. Dies kann ein Gehege oder eine Grünauslauffläche sein. Dort können sie ihren Lieblingsbeschäftigungen, dem Scharren und Picken nachgehen. Ein artgerechter Auslauf födert das Wohlbefinden deiner Hühner und trägt zur Gesunderhaltung bei. Damit deine Hühner vor möglichen Feinden geschützt sind, sollte der Auslauf mit einem Zaun gesichert werden.
In den Nachtstunden müssen Hühner im geschlossenen Stall gehalten werden.

Welche Hühnerrasse ist geeignet?

Neben Stall, Platzangebot und Co. sollte man sich im Vorfeld auch mit den verschiedenen Rassen und deren Eigenschaften vertraut machen. Denn die Wahl der richtigen Rasse richtet sich nach den Wünschen des Halters.
So gibt es Rassen, die sind besonders legefreundlich, robust oder zutraulich. Insgesamt gibt es ca. 180 verschiedene Hühnerrassen.

Damit du die geeignete Hühnerrasse für dich findest, stelle dir folgende Fragen:

  • Welchen Zweck sollen deine Hühner erfüllen?
  • Wie groß sollen deine Hühner sein?
  • Welche Charaktereigenschaften sollen deine Hühner haben?

Unser Tipp: Für weitere Informationen sowie Beratungen zur Hühnerhaltung, Rasse und zum Kauf kontaktiere einfach mal den örtlichen Geflügelzuchtverein.

Hüherhaltung-Tipps-für-Einsteiger

Brauche ich auch einen Hahn?

Wenn es um die reine Eierproduktion geht, ist ein Hahn nicht nötig. Denn Hühner legen auch ohne einem Hahn Eier.
Jedoch leben Hühner in einem sozialen Gefüge, indem der Hahn wichtige soziale Aufgaben übernimmt. Er sorgt für Ordnung und Frieden innerhalb der Hühnerherde. Deshalb sind Hühner, die in einer Gemeinschaft mit einem Hahn leben, in der Regel zufriedener und ausgeglichener. Zudem beschützt er seine Herde vor Fressfeinden und anderen Gefahren.

Sind Hühner meldepflichtig?

Tatsächlich müssen auch Hobby-Hühnerhaltungen beim zuständigen Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse angezeigt werden.

Bitte beachte außerdem, dass in Deutschland eine Impfpflicht gegen die Geflügelpest (Newcastle Disease/ Newcastle Krankheit) besteht.

Deine täglichen Aufgaben

Größtenteils sind Hühner pflegeleicht und der Arbeitsaufwand hält sich in Grenzen.

Zu deinen täglichen Aufgaben gehören:

  • Befüllen der Futtertröge/ Futterautomaten (ggf. reinigen)
  • Tränke kontrollieren und frisches Wasser bereitstellen
  • Tiere kontrollieren, um mögliche Krankheiten frühzeitig festzustellen
  • Eier einsammeln
  • Öffnen und Schließen des Hühnerstalls

Die Tränken sollten regelmäßig von Schmutz und Ablagerungen befreit, sowie gründlich ausgewaschen werden. Denn dies beseitigt mögliche Krankheitskeime und gewährleistet durchgehend eine gute Wasserqualität.

Neben den Reinigungsaufgaben, sollte die abendliche „Kontrolle“ zu deinem Standardprogramm gehören. Denn damit die Hühner vor Fressfeinden geschützt sind, sollten sie nachts im Stall schlafen.

Das bedeutet, dass du bei Anbruch der Dunkelheit die Tür des Stalls verschließen musst und morgens wieder öffnen, damit die Hühner sich tagsüber draußen frei bewegen können.
Mittlerweile gibt es aber auch schon automatische Hühnerklappen, die vollautomatisch die Türen öffnen und schließen.

Futter und Wasser

Aber nicht nur die Haltungsbedingungen spielen eine wesentliche Rolle in der Hühnerhaltung, sondern auch die Fütterung.

Neben frischem Wasser, das immer im Hühnerstall selbst und auch im Außenbereich zur freien Verfügung stehen sollte, ist die ausgewogene Ernährung essenziell für Gesundheit und Wohlbefinden.

Dafür gibt es Getreidemischungen, die als Alleinfutter genutzt werden können. Hierbei sollte es sich um ein für Hühner zugelassenen Futter handeln.
Daneben gibt es Ergänzungsfuttermittel, die zusammen mit Grünfutter etc. zugefüttert werden.

Damit Schädlinge, wie Ratten oder Mäuse nicht angezogen werden, sollte das Futter nicht direkt am Boden verfüttert werden. Nutze stattdessen spezielle Futtertröge.


Deine wöchentlichen Aufgaben

Damit deine Hühner gesund bleiben, sollte der Stall und der Auslauf mindestens alle 2 Wochen komplett gemistet und vom groben Schmutz befreit werden. Außerdem solltest du die Sitzstangen und Co. säubern.

Hinzukommt eine regelmäßig durchgeführte Komplettreinigung deines Hühnerstalles mit ggf. anschließender Desinfektion. Hierzu wird der Stall auch vollständig entleert, grünlich von Schmutz gereinigt und gegebenenfalls desinfiziert. Das Gleiche gilt für Fenster, Sitzstangen, Tränken, Futtertröge und Nistmöglichkeiten.

Wie du deinen Stall richtig reinigst und desinfizierst, erfährst du in unserem Blogbeitrag: Desinfektion des Hühnerstalls: Sauberer Stall – gesunde Hühner.

Verrate uns doch in den Kommentaren, ob du auch schon mal über eine Hühnerhaltung im eigenen Garten nachgedacht hast?

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