Impfungen Huhn

Welche Impfungen empfehlen sich für meine Hühner?

Auch wer Hühner als Hobby hält, unterliegt einer Impfpflicht.
Deshalb erklären wir dir heute, welche Impfung Pflicht ist und wogegen du deine Hühner zusätzlich freiwillig impfen kannst.

Wie wirken Impfungen?

Bei einer Impfung werden dem Tier abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger injiziert, sodass es eine abgemilderte Form der Krankheit durchmacht und in deren Verlauf Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, bildet. Diese Antikörper bzw. die Fähigkeit, Antikörper zu bilden, bleibt über längere Zeit erhalten, sodass der Körper Krankheitserreger aufspürt und unschädlich macht, bevor eine Krankheit ausbrechen und den Körper schädigen kann.

Diese Impfung ist Pflicht

Impfung gegen die Geflügelpest

In Deutschland besteht eine gesetzliche Impflicht gegen die Geflügelpest (auch Geflügelgrippe und „Newcastle-Krankheit“ genannt). Sie gilt sowohl für private (bereits ab dem ersten Huhn) als auch für gewerbliche Hühnerhalter als Pflichtimpfung und ist in der „Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest“ geregelt.

Das tückische an dieser Viruskrankheit ist, dass sie sich rasend schnell im Bestand ausbreitet und auch für andere Vögel und Geflügelarten gefährlich sein kann. Darüber hinaus geht sie mit einer extrem hohen Sterblichkeitsrate einher. Erkrankte Tiere zeigen Verdauungsstörungen, Atembeschwerden und neurologische Ausfallerscheinungen.

Die Übertragung erfolgt dabei über Exkremente, Körperflüssigkeiten und über die Luft.

Wichtige Fakten zur Impfung gegen die Geflügelpest

Grundimmunisierung: Die 2-malige Grundimmunisierung erfolgt mit einem Lebendimpfstoff im Abstand von 4-6 Wochen. Weitere 4-6 Wochen danach erfolgt eine Injektion mit einem Totimpfstoff.

Anschließender Impfintervall: 1x jährlich als Injektion oder alle 12 Wochen als Trinkwasserimpfung.

Wichtig: Nach der erfolgten Impfung bekommst du von deinem Tierarzt eine Bescheinigung darüber, die sorgfältig aufgehoben werden sollte.
Werden die Tiere nicht geimpft, gilt dies als Ordnungswidrigkeit und wird mit einer Geldbuße geahndet. Die Veterinärämter kontrollieren stichprobenartig den Impfstatus der Hühner.

Weitere freiwillige Impfungen

Impfung gegen Kokzidiose

Eine Kokzidiose ist eine Darmkrankheit, verursacht durch einzellige Parasiten. Die erkrankten Tiere leiden unter blutigem oder schleimigem Durchfall. Vor allem Jungtiere, die noch kein gut funktionierendes Immunsystem haben und ältere bzw. immunschwache Tiere sind betroffen.

Die einmalige Impfung erfolgt zwischen dem 1. bis 9. Lebenstag über das Trinkwasser.

Impfung gegen die Marek-Krankheit

Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die durch ein Herpesvirus verursacht wird. Betroffen sind überwiegend Küken und Junghühner. Erkrankte Tiere leiden, je nach Krankheitsverlauf, unter Lähmungserscheinungen oder Tumoren. Insgesamt ist die Sterblichkeitsrate sehr hoch.
Die Impfung erfolgt direkt am Tag des Schlupfes einmalig als Injektion.

Impfung gegen die Infektiöse Laryngotracheitis (ILT)

Auch hierbei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die als zumeist schwere Erkrankung der oberen Atemwege auftritt. Auch bei dieser Krankheit können verschiedene Verlaufsformen auftreten (schwere, akute und mildere Formen).

Das Virus wird durch den direkten Tierkontakt oder indirekt durch kontaminierte Einstreu, Käfige etc. übertragen.
Eine Impfung erfolgt idealerweise vierteljährlich als Augentropfimpfung.

Für Hühnerhalter, die ihre Tiere regelmäßig auf Ausstellungen präsentieren, kann solch eine Impfung sinnvoll sein.

Darüber hinaus sind noch Impfungen gegen folgende Krankheiten möglich:

  • Infektiöse Bronchitis (IB, Viruserkrankung, die bei Küken und Jungtieren schwerwiegende Atemwegserkrankungen mit Todesfällen verursacht)
  • Gumboro-Krankheit (Infektiöse Bursitis, Infectious Bursal Disease, IBD, ebenfalls eine Viruserkrankung, die mit Bewegungsunlust, Durchfällen und Schwäche einhergeht)
  • Mycoplasmeninfektion (CRD, Chronic Respiratory Disease, eine chronische Erkrankung der Atemwege)
  • Ansteckender Geflügelschnupfen (Coryza contagiosa gallinarum, eine bakterielle Infektion mit Atemwegsbeschwerden, Augenentzündungen und Nasenausfluss)
  • Salmonelleninfektion (Pullorum-Krankheit, Hühnertyphus, Salmonellose)

Grundsätzliches zu den Impfungen

Um einen ausreichenden Schutz zu erzielen, sollte man im Vorfeld der Impfung einige Dinge beachten:

  • nur gesunde Hühner impfen
  • nur Hühner impfen, die frei von Parasiten sind (der Körper reagiert mit Abwehrmechanismen gegen Parasiten, was zu einer Reduktion der Abwehrkräfte führen kann und damit zu einer schwächeren Ausbildung eines Impfschutzes)
  • zum richtigen Zeitpunkt impfen (Grundimmunisierung und ggf. Auffrischungsimpfungen)
  • Trinkwasserimpfung: nur in sauberen Trinkgewässern mit frischem Wasser anbieten und den Tieren am besten einige Stunden vorher das Wasser wegnehmen (erhöht den Durst)
  • die Impfseren stets kühl und dunkel aufbewahren
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